Außen dämmen geht nicht — Sichtfachwerk, Denkmalschutz oder Grenzbebauung. Also von innen. Und dann liest du in einem Forum „ohne Dampfsperre kondensiert dir die Wand weg" und im nächsten „Folie im Fachwerk ist ein Kunstfehler". Beide Sätze stimmen, aber für unterschiedliche Konstruktionen. Hier steht, welcher für dein Haus gilt, wie dick du dämmen darfst und ab wann du um eine Simulation nicht herumkommst.
Warum Innendämmung bauphysikalisch anders funktioniert als Außendämmung
Eine Außendämmung macht die Bestandswand wärmer und trockener. Eine Innendämmung macht das Gegenteil: Die alte Wand liegt im Winter kälter, ihre Trocknungsreserve sinkt, und die frühere Innenoberfläche wird zur kritischen Ebene. Das WTA-Merkblatt 6-4 benennt die beiden Punkte, auf die alles hinausläuft: die Wasserdampfdiffusion von innen nach außen mit möglicher Tauwasserbildung an der ehemaligen Innenoberfläche und das verringerte Austrocknungspotenzial der Außenwand nach Schlagregenbelastung.
Der zweite Punkt ist im Fachwerk der wichtigere. Wenn die Fassade Wasser durchlässt — offene Anschlussfugen zwischen Holz und Gefach, Risse im Außenputz, defekte Verbretterung — dann dämmst du das Wasser ein. Vor jeder Platte an der Wand steht deshalb die Fassade.
Dampfsperre, Dampfbremse oder gar nichts
Dampfsperren mit hohen Sperrwerten sind in dieser Anwendung raus. Sie halten den Dampf zurück, sperren aber gleichzeitig die Rücktrocknung nach innen — und die ist der einzige Weg, auf dem eingedrungene Regenfeuchte wieder aus der Konstruktion kommt. Es bleiben zwei zulässige Wege:
Kapillaraktiv ohne Folie. Das ist der Weg, den Innendämmsysteme aus Holzfaser oder Calciumsilikat gehen. Unger-Diffutherm formuliert das für sein Innendämmsystem ausdrücklich so: „Auf eine Dampfsperre wird bewusst verzichtet." Anfallendes Tauwasser wird kapillar aus der kritischen Ebene zurück in den Raum geleitet und dort verdunstet. Der Preis dafür: Diese Systeme brauchen eine feuchtetechnische Bemessung, dazu unten mehr.
Feuchtevariable Dampfbremse. Sinnvoll, wenn du mit einer Vorsatzschale aus Holz arbeitest und Klemmfilz einbaust. Diese Bahnen haben im Winter einen hohen sd-Wert und geben im Sommer bei hoher absoluter Feuchte auf einen Bruchteil davon nach, sodass die Konstruktion nach innen rücktrocknen kann.
Was in beiden Fällen nicht auf die fertige Fläche gehört: Dispersions- und Latexfarben mit hohem Sperrwert, Vinyltapeten, Fliesenspiegel ohne Systemfreigabe. Der diffusionsoffenste Aufbau ist wertlos, wenn er am Ende dicht überstrichen wird.
Wie dick darf's sein — die Zahl, an der sich alles entscheidet
Die DIN 4108-3 listet Konstruktionen auf, für die kein rechnerischer Tauwassernachweis nötig ist. Für die Innendämmung gilt: eine Innendämmung mit Innenputz mit einem Wärmedurchlasswiderstand R ≤ 1,0 m²K/W, sofern dieser Aufbau zusätzlich ein sd,i ≥ 0,5 m aufweist. Diese Grenze ist der Maßstab, an dem du deine Dämmstärke ausrichtest:
| Aufbau | Dicke | λ (Bemessungswert) | R in m²K/W |
|---|---|---|---|
| Calciumsilikat-Klimaplatte | 25 mm | 0,062–0,068 W/(m·K) | 0,37–0,40 |
| Holzfaser-Putzträgerplatte | 20 mm | 0,050 W/(m·K) | 0,40 |
| Holzfaser-Laibungsplatte | 20 mm | 0,048 W/(m·K) | 0,42 |
| Holzfaser-Dämmplatte | 40 mm | 0,041 W/(m·K) | 0,98 |
| Hanf-Jute-Klemmfilz | 60 mm | 0,043 W/(m·K) | 1,40 |
Ergebnis: Rund 40 mm Holzfaser liegen mit R = 0,98 m²K/W knapp unter der nachweisfreien Grenze, 60 mm Hanf mit 1,40 m²K/W deutlich darüber. In der Praxis kommt der Standort dazu: Auf der Wetterseite kann bei unsicherer Putzqualität schon eine Dämmstärke um 6 cm zu viel sein, auf der wetterabgewandten Seite und bei trockener Wand mit sicherem Schlagregenschutz geht deutlich mehr.
Und das GEG? Für Außenwände im Bestand fordert es nach einer Modernisierung 0,24 W/(m²·K). Ist die Dämmschichtdicke technisch begrenzt — der Regelfall bei Innendämmung — gilt die Anforderung als erfüllt, wenn die nach anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Dicke mit einem Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/(m·K) ausgeführt wird. Bei nachwachsenden Rohstoffen und Einblasdämmung darf es WLG 045 sein.
Hohlraumfrei — hier scheitern die meisten Baustellen
Jede Luftschicht zwischen Dämmplatte und Bestandswand ist eine Kondensatfalle. Raumluft strömt hinein, trifft auf die kalte Wandoberfläche, fällt aus — und zwar an genau der Stelle, die du nie wieder siehst. Deshalb gilt: vollflächig ansetzen, nie punktweise oder im Randwulst-Punkt-Verfahren wie bei einer Fassadendämmung.
Praktisch heißt das drei Dinge. Erstens: Untergrund vorbereiten, lose Putze abnehmen, tiefere Fehlstellen vorab mit Mörtel ausgleichen. Zweitens: Die Platte wird mit der Zahntraufel vollflächig ins frische Kleberbett gedrückt, bis kein Hohlraum bleibt. Der Otterbein CALCEA Kalk-Klebe- und Armierungsmörtel ist genau dafür ausgeschrieben — vollflächige, luftschichtfreie Verklebung von Mineraldämm-, Calciumsilikat- und Holzfaserplatten im Innenbereich. Wer in Lehm arbeitet, nimmt den conluto Lehm Klebe- und Armierungsmörtel, Zahnung 8 bis 10 mm. Drittens: Anschlussfugen an Balken, Fenstern und Türen werden gestopft, nicht geschäumt. Dafür gibt es Stopfhanf mit 50 bis 160 mm Faserlänge, der mit dem Stopfeisen in gleichmäßiger Dichte eingebracht wird. Damit ist die Fuge gedämmt, aber noch nicht luftdicht — wie Anschlüsse geplant und dauerhaft verklebt werden, ist ein eigener Arbeitsgang.
Holzfaser, Hanf oder Calciumsilikat
Holzfaser: der Standardfall auf Mauerwerk und Ausfachung
Verputzbare Holzfaserplatten sind im Fachwerk der Regelfall: weich genug, um sich an unebene Bestandsflächen anzulegen, und formstabil genug zum Verputzen. Die UdiRECO Holzfaser-Dämmplatte kombiniert eine 40 mm starke Putzträgerplatte mit einer flexiblen, zur Wand liegenden Dämmschicht und gleicht so unebene Bestandsuntergründe aus, λ 0,041 W/(m·K), Format 130 × 79 cm. Sie liegt als Restposten im Lager — Dicke und Stückzahl vor der Bestellung gegen den Bestand prüfen. Wo du eine dünne, druckfeste Ausgleichs- und Putzträgerlage brauchst, passt die Steico Base 20 mm mit R = 0,40 m²K/W und Druckfestigkeit ≥ 150 kPa.
Hanf: nur in den Hohlraum, nie auf die Wand geklebt
Die Thermo Hanf Combi Jute Dämmmatte 60 mm ist ein Klemmfilz mit λD 0,043 W/(m·K) (Bemessungswert), Rohdichte 37 kg/m³ und Zulassung ETA-05/0037. Sie gehört zwischen Sparren und Balken, in Gefache und in Vorsatzschalen aus Holz — nicht als geklebte Innendämmung auf Mauerwerk. Eingebaut wird sie fugenfrei mit einem Übermaß von 10 bis 20 mm in Länge und Breite, damit sie klemmt. Wichtig für die Planung: Bei 60 mm liegst du mit R = 1,40 m²K/W über der nachweisfreien Grenze und brauchst den Nachweis.
Calciumsilikat: wenn Schimmel das eigentliche Thema ist
Die Casipro Calciumsilikat Klimaplatte 1220 × 1000 × 25 mm dämmt vergleichsweise schwach (λ ca. 0,062–0,068 W/(m·K)), kann dafür anderes: µ ca. 3, kapillares Wasseraufnahmevermögen ca. 270 %, pH-Wert ca. 10,3, Brandklasse A1. Der hohe pH-Wert hemmt Schimmelwachstum, solange er anhält. Richtig ist sie an kalten Außenwandflächen und Wärmebrücken, wo Kondensat das Problem ist — falsch, wenn die Wand aus einer Leckage oder von unten feucht wird. Wie du die Feuchtequelle eingrenzt und einen vorhandenen Befall fachgerecht abnimmst, steht in Feuchte Wand und Schimmel. Überarbeitet wird sie mit dem systemgleichen Casipro Glättspachtel, Verbrauch ca. 1,5–2 kg/m², maximale Schichtdicke 2 mm.
Schritt für Schritt: 20 m² Fachwerkwand von innen dämmen
Zeitangaben für zwei geübte Personen, ohne Trockenzeiten.
- Bestand aufnehmen (2 h). Wandaufbau, Feuchtemessung, Lage der Deckenbalken in der Außenwand, Zustand von Fassade und Anschlussfugen. Auffälligkeiten fotografieren — das ist die Grundlage für jeden späteren Nachweis.
- Schlagregenschutz herstellen (extern). Fugen zwischen Holz und Gefach schließen, Putzrisse instand setzen, Verbretterung prüfen. Erst danach geht es innen weiter.
- Untergrund vorbereiten (4 h). Tapeten, Dispersionsanstriche und lose Putze abnehmen, Wand tragfähig und saugfähig herstellen, tiefe Fehlstellen ausgleichen.
- Fugen stopfen (2 h). Anschlussfugen an Balken, Fenstern und Türen mit Stopfhanf lückenfrei und gleichmäßig verdichtet ausfüllen.
- Platten ansetzen (6 h). Kleber mit der Zahntraufel auf die Plattenrückseite, vollflächig andrücken, im Verband arbeiten, Stöße dicht stoßen. Trocknungszeit des Lehmmörtels 2 bis 4 Tage.
- Laibungen und Flanken (3 h). Fensterlaibungen mit der Holzfaser-Laibungsplatte 20 mm oder der dünneren Casipro Laibungsplatte 19 mm dämmen. Einbindende Innenwände und Decken 40 bis 50 cm weit flankierend mitdämmen.
- Armieren (3 h). Armierungsmörtel auftragen, Armierungsgewebe 4 × 4 mm mit mindestens 10 cm Überlappung ins obere Drittel der frischen Lage einbetten, Fensterecken diagonal armieren.
- Oberfläche und Anstrich (4 h). Lehm- oder Kalkoberputz beziehungsweise Glättspachtel, danach ein diffusionsoffener mineralischer Anstrich. Was Lehmputz auf Platten- und Holzuntergründen braucht, steht in Worauf hält Lehmputz.
Mengen für 20 m² Wand
Gerechnet mit 10 % Verschnitt, also 22 m² Bedarfsfläche, und zwei Fenstern (1,20 × 1,40 m, Laibungstiefe 25 cm).
- Holzfaser-Dämmplatte, 1,03 m² je Platte: 22 Platten.
- Alternativ Holzfaser-Putzträgerplatte, 0,81 m² je Platte: 28 Platten.
- Alternativ Calciumsilikat-Klimaplatte, 1,22 m² je Platte: 19 Platten.
- Laibungen: 2 × (1,40 + 1,40 + 1,20) × 0,25 m = 2,0 m², mit Verschnitt 3 Laibungsplatten à 1,04 m².
- Kleben, Kalkmörtel: ca. 5 m² je 25-kg-Sack bei 5 mm Auftrag, also 4 Säcke. Für die Armierungslage noch einmal 4 Säcke.
- Kleben, Lehmmörtel: 25 kg ergeben bei 3 mm ca. 6,5 m². Für ein 5-mm-Klebebett rechnest du rund 6 Säcke, für die 3-mm-Armierungslage 4 Säcke.
- Armierungsgewebe: 22 m² inklusive Überlappung.
- Glättspachtel auf Calciumsilikat: ca. 15 m² je 20-kg-Sack, also 2 Säcke.
- Stopfhanf: 10 kg decken bei 40 kg/m³ rund 0,25 m³ Hohlraum — das entspricht etwa 250 lfd. m Fuge mit 20 × 50 mm Querschnitt. Ein Gebinde reicht für die Anschlussfugen einer kompletten Wand.
Typische Fehler
- Punktuell geklebt. Der häufigste und teuerste Fehler. Hohlräume hinter der Platte sind Kondensatfallen, und du siehst den Schaden erst nach Jahren.
- Fassade nicht geprüft. Innendämmung auf eine schlagregenbelastete, undichte Fassade ist ein Ausschlusskriterium, kein Kompromiss.
- Balkenköpfe eingepackt. Auf keinen Fall den Balkenkopf in eine Sperrschicht einwickeln — kommt Feuchte ans Holz, verhindert die Einpackung das Austrocknen. Balkenköpfe werden mörtelfrei und luftumspült mit statisch ausreichender Auflagerfläche ausgeführt und luftdicht an die Dämmebene angeschlossen.
- Laibungen und Flanken vergessen. Die Wandfläche wird warm, der Anschluss bleibt kalt — und der Schimmel wandert von der Fläche in die Ecke.
- Zu dick gedämmt. Mehr Dämmstärke heißt kältere Bestandswand und weniger Trocknungsreserve.
- Dicht überstrichen. Latexfarbe oder Vinyltapete macht die Kapillaraktivität zunichte.
- Feuchte Wand kaschiert. Aufsteigende Feuchte und Leckagen werden vor der Dämmung beseitigt, nicht danach überbaut.
Sicherheit
Beim Zuschnitt von Holzfaser- und Calciumsilikatplatten entsteht Staub: Staubschutzmaske und Schutzbrille tragen, möglichst mit Absaugung arbeiten. Calciumsilikat und Kalkmörtel reagieren alkalisch — Handschuhe und Schutzbrille sind Pflicht, bei Augenkontakt gründlich mit Wasser spülen und ärztlichen Rat einholen. Hanf-Klemmfilz hat Brandverhalten B2 beziehungsweise Klasse E nach EN 13501-1; das Landesbaurecht geht vor. Triffst du beim Abtragen auf Verdachtsmaterial wie Teeranstriche im Sockel, wird vor dem Weiterarbeiten beprobt.
Wann du einen bauphysikalischen Nachweis brauchst
Der Artikel ersetzt keine Bemessung. Ein Nachweis ist fällig, sobald du die nachweisfreie Konstruktion nach DIN 4108-3 verlässt: über R = 1,0 m²K/W hinaus oder mit einem raumseitigen sd unter 0,5 m. Kapillaraktive Systeme ohne Dampfbremse liegen fast immer im zweiten Fall. Das WTA-Merkblatt 6-4 verlangt dann eine feuchtetechnische Bemessung über eine hygrothermische Simulation nach DIN EN 15026, in der Praxis mit WUFI oder Delphin. Das Glaser-Verfahren reicht nicht, weil es Sorption, Kapillartransport und Schlagregen nicht abbildet.
Immer gerechnet werden außerdem Holzbalkenköpfe in der gedämmten Außenwand und Fachwerkflächen auf der Wetterseite. Für die Anschlussdetails gilt zusätzlich DIN 4108-2: An der ungünstigsten Stelle muss der Temperaturfaktor fRsi ≥ 0,70 eingehalten werden, was einer raumseitigen Oberflächentemperatur von mindestens 12,6 °C unter den Randbedingungen der Norm entspricht. Bring Wandaufbau und Fotos mit in den Laden, dann sortieren wir vorab, welches System in Frage kommt und was der Bauphysiker noch rechnen muss.
Häufige Fragen
Warum wird bei Fachwerk in der Regel keine Dampfsperre eingebaut?
Weil eine Fachwerkwand zwei Feuchtequellen hat: Wasserdampf von innen und Schlagregen von außen. Eine Dampfsperre hält zwar den Dampf zurück, sperrt aber auch die Rücktrocknung nach innen. Regenwasser, das über Fugen und Putzrisse in die Konstruktion kommt, bleibt dann im Holz. Fachregeln arbeiten deshalb mit diffusionsoffenen, kapillaraktiven Aufbauten oder mit feuchtevariablen Dampfbremsen statt mit Folien hoher Sperrwirkung.
Wie dick darf eine Innendämmung im Altbau überhaupt sein?
Die DIN 4108-3 nennt eine praktische Grenze: Eine Innendämmung mit Innenputz gilt als nachweisfrei, wenn ihr Wärmedurchlasswiderstand R höchstens 1,0 m²K/W beträgt und der raumseitige Aufbau ein sd von mindestens 0,5 m hat. Bei einem Lambda von 0,041 W/(m·K) entspricht das rund 40 mm Dämmstärke. Auf der Wetterseite ist oft weniger sinnvoll, auf der wetterabgewandten Seite mehr möglich.
Was heißt hohlraumfrei und warum ist das der entscheidende Punkt?
Hohlraumfrei heißt: zwischen Dämmplatte und Bestandswand bleibt keine Luftschicht. Jede Luftschicht hinter der Platte ist eine Kondensatfalle, weil warme Raumluft dort an die kalte Wand kommt und ausfällt. Deshalb werden Platten vollflächig im Kleberbett angesetzt, nicht punktweise, und der Untergrund wird vorher ausgeglichen. Anschlüsse an Boden, Decke und Fenster müssen zusätzlich luftdicht sein.
Wo entstehen Wärmebrücken und wie behandle ich Laibungen und Deckenanschlüsse?
Überall dort, wo ein Bauteil die Dämmebene durchstößt: einbindende Innenwände, Geschossdecken, Fensterlaibungen, Stürze und Brüstungen. Fensterlaibungen bekommen eine dünne Laibungsplatte, damit der Anschluss an den Blendrahmen dicht wird. Innenwände und Decken werden flankierend mitgedämmt, in der Praxis 40 bis 50 cm weit in den Raum hinein, oft mit 20 bis 30 mm Dicke oder als Keil.
Holzfaser, Hanf oder Calciumsilikat — wonach entscheide ich?
Nach dem Untergrund und nach dem Ziel. Holzfaser wird vollflächig auf Mauerwerk oder Ausfachung geklebt und verputzt, gleicht Unebenheiten aus und passt zu Lehm- und Kalkputz. Hanf-Klemmfilz gehört ausschließlich in Gefache, Holzrahmen oder eine Vorsatzschale, nicht direkt auf die Wand. Calciumsilikat ist die Antwort, wenn Schimmel an einer Wärmebrücke das eigentliche Thema ist.
Wann brauche ich vorher einen bauphysikalischen Nachweis?
Sobald du die nachweisfreie Konstruktion nach DIN 4108-3 verlässt, also über R = 1,0 m²K/W gehst oder raumseitig unter sd 0,5 m bleibst. Kapillaraktive Systeme ohne Dampfbremse fallen fast immer darunter. Dann ist eine hygrothermische Simulation nach DIN EN 15026 nötig, wie sie das WTA-Merkblatt 6-4 fordert. Das Glaser-Verfahren reicht dafür nicht aus.
Quellen
- wta-international.org – 6 4 16 (PDF)
- wta-international.org – 8 5 18 (PDF)
- wta-international.org – 8 10 20 (PDF)
- baunetzwissen.de – nachweisfreie konstruktionen des feuchteschutzes 4828674
- baunormenlexikon.de – 4178a21b 9ab6 4169 83cf 5ad8d77d54bf
- baubiologie.de – innendaemmung und bauphysik
- gmodg.bund.de – EnergAnf Aussenwand node
- gebaeudeforum.de – mindestwaermeschutz
- baunetzwissen.de – flankendaemmung 1595193
- udidaemmsysteme.de – udiin system
- bundesbaublatt.de – ta innendaemmung bei holzbalkendecken (PDF)
- energytools.de – innendaemmung von fachwerk